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Preise und Gewinne Stadtwerke Buxtehude PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lutz Fauner   
Donnerstag, den 08. Oktober 2009 um 01:00 Uhr

Erzielen Stadtwerke höhere Renditen als die Deutsche Bank ???

Energieversorger bereichern sich !
Stromriesen als Preistreiber entlarvt !
Die vier großen Stromkonzerne in Deutschland haben ihre Gewinne durch Erhöhung der Kundenpreise in fünf Jahren mehr als verdreifacht !
 
So oder so ähnlich lauten seit Monaten die Schlagzeilen in Presse und Fernsehen, zumeist bezogen auf die großen Versorger. Wie aber sieht es bei den örtlichen, d.h. etwas kleineren Versorgern aus.
 
Auch die Stadtwerke Buxtehude erzielen aus dem Energieverkauf gute Gewinne

Die an sich erfreuliche Ankündigung einer weiteren Gaspreissenkung (Tageblatt vom 07.08.2009) ist mit dem Hinweis verbunden, dass die Stadtwerke Buxtehude in diesem Jahr 1,3 Mio. Euro Gewinn an die Stadt Buxtehude abführen. Damit soll wohl der Eindruck vermittelt werden, dass sich der von den Stadtwerken erzielte Gewinn in einem angemessenen Rahmen bewegt. Das ist u.E. nicht der Fall.

So sind zunächst einmal vor einer Gewinnabführung erhebliche Ertragssteuern an die Finanzverwaltung abzuführen (z.B. 2007 = 1,4 Mio./ 2006 = 2,1 Mio. Euro).

 Außerdem betreiben die Stadtwerke für ihre Alleingesellschafterin Stadt Buxtehude, und zwar auf eigene Rechnung die öffentlichen Bäder und Park-and-ride-Anlagen. Beides sind rein kommunale Aufgaben und zudem strukturelle Verlustbringer, die den Betriebsgewinn der Stadtwerke jeweils vorab kürzen. Die genaue Höhe dieser Spartenverluste ist aus den veröffentlichten Jahresabschlüssen nicht zu ersehen. Wenn man diese laufenden Betriebsverluste hilfsweise auf jährlich etwa 1 Mio. Euro schätzt, kommt man der Realität sicherlich nahe.

 Unter Berücksichtigung dieser beiden Faktoren (Ertragsteuerbelastung und betriebsfremde Bewirtschaftungsverluste) ergeben sich für die zurückliegenden Jahre folgende bereinigte Betriebsgewinne (vor Steuern):

                                                                                                                     2007          2006

und zwar aus dem Geschäftsbereich                                           4,7 Mio.       5,6 Mio.
Energieversorgung (Strom/Gas). Nach
betriebswirtschaftlichen Kriterien
entspräche das

a)         Eigenkapitalrendite                                                 38%           45%

b)         Umsatzrendite                                                        10%           12%

 Das sind Ergebnisse, die sich nicht durch besondere Zurückhaltung bei der unternehmerischen Gewinn- und Preispolitik auszeichnen.

 
Zur Erinnerung:
Als Herr Ackermann vor kurzem für die Deutsche Bank ein Renditeziel von 25% vorgab, ging ein Aufschrei der Empörung durch die Republik. Wenn im öffentlichen Eigentum stehende Unternehmen solche Zielvorgaben locker übertreffen, gibt es keine öffentlichen Reaktionen (weder in der Presse noch in der Politik).
 
Noch deutlicher wird die Gewinnsituation, wenn man die Umsatzrenditen untersucht. Dazu folgende Vergleichszahlen:

 

Die Umsatzrenditen liegen bei Industrieunternehmen durchschnittlich bei 2%, bei Discountern bei etwa 1% und bei den großen Energiekonzernen Eon und RWE bei 10%.

Unsere ständige Forderung nach mehr Transparenz bei der Energiepreisbildung ist also auch aus diesem Grunde berechtigt.
Vor allem aber fragen wir uns, wie bei einem solchen Gewinngebaren die Generalforderung des Energiewirtschaftsgesetzes erfüllt wird, die in § 1 wie folgt beschrieben wird:

"Zweck des Gesetzes ist ein möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche . . . . . Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas . . ."

 
 
Top! Top!