www.mamboteam.com
| Bürgerinitiative Energieprotest |
Banner
Start Nachrichten - Presse - Kommentare Nachrichten - Informationen Hohe Energiepreise - Stromschlucker nutzen Gebührenschlupfloch
 
 
Hohe Energiepreise - Stromschlucker nutzen Gebührenschlupfloch PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: KD Beck   
Beitragsseiten
Hohe Energiepreise - Stromschlucker nutzen Gebührenschlupfloch
Seite 2

Hohe Energiepreise - Stromschlucker nutzen Gebührenschlupfloch
Vorzugsbehandlung für energiehungrige Unternehmen
Spiegel online 12.12.2011

strommast Sie nutzen die Stromnetze am intensivsten, aber gerade Konzerne mit dem höchsten Energiebedarf müssen keinen Cent dafür zahlen. Laut einem Zeitungsbericht hoffen weit mehr Firmen als erwartet auf die Kostenbefreiung. Die Zeche dafür zahlen die Kleinverbraucher.
 Die Verschiebung der Stromkosten von den Großverbrauchern hin zu den Durchschnittskunden findet offenbar in größerem Stil statt als bislang bekannt: Viele energieintensive Betriebe wollen sich laut einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" komplett von den Stromnetzgebühren befreien lassen. Bis Anfang Dezember gingen demnach beim Wirtschaftsministerium bereits 159 Anträge auf eine vollständige Befreiung ein. Die Zeitung beruft sich auf die Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Ingrid Nestle.

Bei den Stromnetzen ist das Verursacherprinzip seit einer Gesetzesänderung im Sommer auf den Kopf gestellt: Seit Anfang August gilt eine neue Entgeltverordnung für die Netze, das entsprechende Gesetz hatte die Bundesregierung im Rahmen des Atomausstiegs weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit beschlossen. Kern der neuen Regelung sind erhebliche Rabatte für Unternehmen bei den Gebühren für die Stromleitungen. Diese fallen für die Wartung und den Ausbau der Netze an.
Unternehmen mit extrem hohem Stromverbrauch können die Stromnetze laut dem Gesetz sogar ganz zum Nulltarif nutzen. Dazu müssen sie mindestens 7000 Stunden pro Jahr am Netz hängen und mehr als zehn Millionen Kilowattstunden Strom verbrauchen. Unter anderem sind Branchen wie Aluminium- und Stahlhütten, Chemiewerke oder Papierhersteller betroffen.

Noch Ende November hatten die Verbände der energieintensiven Industrie laut der Zeitung die Zahl der komplett von Netzentgelten befreiten Unternehmen mit 20 angegeben. Bereits jetzt haben aber fast achtmal so viele Betriebe die Befreiung beantragt. "Die Industrie versucht, uns mit falschen Zahlen zu manipulieren", sagte die Grünen-Abgeordnete Nestle der Zeitung. Stromhungrige Unternehmen werden auch bei Öko-Umlage bevorzugt.

Die Antragsflut könnte für die übrigen Verbraucher unangenehme Folgen haben: Ihre Strompreise könnten durch die Regelung noch stärker steigen als ohnehin erwartet: Bislang wurde geschätzt, dass ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden etwa 26 Euro pro Jahr mehr bezahlen muss. Laut der Zeitung könnten die Strompreise nun um 0,75 bis knapp 1,0 Cent pro Kilowattstunde steigen - damit würden sich bis zu 35 Euro Mehrkosten im Jahr ergeben.


Zuletzt aktualisiert am Montag, den 12. Dezember 2011 um 16:31 Uhr
 
 
Top! Top!