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Sehr geehrter Herr von Allwörden,
ich wende mich direkt an Sie, weil ich vermute, dass das nachfolgende heiße Thema sowieso auf Ihrem Schreibtisch landen wird. Anl. unserer gestrigen Veranstaltung der "Bürgerinitiative Energieprotest im Landkreis Stade" haben wir sehr ausführlich über die anstehenden Gaspreiserhöhungen insbesondere bei der EWE gesprochen. Neben der Tatsache, dass viele Energieverbraucher Schwierigkeiten bei der Erkennung der Probleme insbesondere beim Versorgerwechsel haben, hat das Verhalten der EWE aber auch der verantwortlichen Politiker (Besitzer sind ja bekanntlich zu 74 % 21 Kreise und Städte Niedersachsens) für Unverständnis ja Verärgerung über die Untätigkeit maßgeblicher Politiker geführt. Wir waren uns schnell einig, dass dies ein Thema der anstehenden Kommunalwahlen sein müsse. Die beigefügten Unterlagen informieren Sie sehr ausführlich.
Interessant dürften dabei auch die Aussagen des Dipl.Ing Gunnar Harms sein, der auch schon für die Bundestagsfraktion der Grünen ein Gutachten (2009) über die Preisgestaltung der Gasversorger gemacht hatte, er kommentiert die aktuelle Preispolitik der EWE- "eine verlogenere Preispolitik ist kaum vorstellbar". Dass die Politiker im" EWE-Verband ihre Aufgabe, das Gebiet ihrer Verbandsmitglieder im Interesse des Gemeinwohls sicher preisgünstig mit elektrischer Energie, Gas und Wärme zu versorgen" nicht erfüllt haben, zeigt beisipielsweise "Verivox" auf, wo die EWE bei Strom und Gas immer auf den teueren Plätzen (Bsp. Strom Platz 137 von 138 Anbietern-Nordkehdingen) landet.
Neben den Preisen schein aber die Anlagepolitik der EWE Investitionen in Polen und der Türkei problematisch-so hat sich beispielsweise in der Türkei ein Verlust von 155 Mio. € ergeben (s. Geschäftsbericht 2010) wie überhaupt die Auslandsbeteiligung gemessen am Eigenkapital im Ausland annähernd genauso groß ist, wie in Deutschland.
Zu den daraus resultierenden Bilanzverlusten (50,7 Mio. 2010) kommen dann noch die Rückerstattungen -aufgrund der Prozessverluste (nach Schätzungen liegen diese zwischen 100 - 250 Mio.€). Tolle Geschäftspolitik.
Aber auch bei den Politiker scheint der Wissensumfang sehr gering. Wenn mir beispielsweise der Samtgemeindebürgermeister von Nordkehdingen schreibt, dass "der Landkreis Stade keine direkten Einfluß auf die Preisgestaltung habe, aber die Versorgungsträger die gesetzlichen Verpflichtungen nach Aktienrecht und den Be- stimmungen des Zweckverbandes erfüllen--" ,dann ist das nur die halbe Wahrheit.
Unser Landrat Roesberg ist stv. Geschäftführer des EWE-Verbandes und kann sehr wohl Einfluss nehmen, auch durch die Verbandsversammlung und den Verbands- ausschuss können unsere Politiker Einfluss ausüben. Andere Kreise (Gemeinden Vechta, Dinklage,Lohnen etc. )haben gerade kürzlich die EWE zu besseren Preisen gezwungen. Aber auch in Friesland haben Gemeinden (z.B.Schortens) ihre Zahlungen für Energie an die EWE eingeschränkt- dort hat auch ein Kreistagsmitglied,Janto Just, maßgeblich an den Prozesserfolgen gegen die EWE beigetragen.
Aber auch bei uns werden Politiker wie z.B der Wischhafener Bürgermeister v.Borstel problembewußt. Wäre es nicht an der Zeit, dass auch das "Tageblatt" sich dieses Themas annimmt? Gerne würde ich mich mit Ihnen persönlich darüber unterhalten und ggfls.auch Hilfestellung leisten. Nähere Einzelheiten über unsere BI und das Verhalten der Politiker habe ich übrigens schon Frau Plitzkat (s.meine Mail v.24.6.)mitgeteilt.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Dieter Beck
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