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Mittwoch, 8. September 2010
 
 
Preise und Gewinne Stadtwerke Stade PDF Drucken E-Mail
Lutz Fauner   
Donnerstag, 9. Juli 2009

Erzielen Stadtwerke höhere Renditen als die Deutsche Bank ???

Energieversorger bereichern sich !
Stromriesen als Preistreiber entlarvt !
Die vier großen Stromkonzerne in Deutschland haben ihre Gewinne durch Erhöhung der Kundenpreise in fünf Jahren mehr als verdreifacht !
 
So oder so ähnlich lauten seit Monaten die Schlagzeilen in Presse und Fernsehen, zumeist bezogen auf die großen Versorger. Wie aber sieht es bei den örtlichen, d.h. etwas kleineren Versorgern aus.

 Zum Beispiel bei den Stadtwerken Stade GmbH.

Die Stadt Stade ist über eine Holdingkonstruktion zu 80 % Eigentümerin der Stadtwerke Stade GmbH. Damit betätigt sich die Stadt Stade wirtschaftlich i.S.d. §§ 108 ff. der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO). Für diese wirtschaftliche Betätigung sind nach der NGO bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen.

Dazu zählen u.a.:

Mit der wirtschaftlichen Betätigung ist ein öffentlicher Zweck zu erfüllen (hier: Versorgung der Bürger mit Wasser und Energie). Außerdem soll das kommunale Wirtschaftsunternehmen einen Ertrag für den Haushalt der Gemeinde abwerfen, "soweit das mit ihrer Aufgabe der Erfüllung des öffentlichen Zwecks in Einklang zu bringen ist"(§ 114 Abs. 1 NGO).

Hier ist also eine Abwägung vorzunehmen, die sich vor allem an der Höhe des Gewinns orientieren muss. Dazu folgende Zahlen:

Die Stadtwerke Stade erzielten 2007 ein Geschäftsergebnis (vor Steuern) von rd. 7,7 Mio Euro Überschuss (2006: rd. 8,7 Mio Euro Überschuss) Das Eigenkapital betrug in beiden Jahren rd. 27 Mio Euro. Daraus ergeben sich dann Eigenkapitalrenditen von 28,7% in 2007 und 32,3% in 2006. Und dies aus der Erfüllung eines öffentlichen Zwecks.
 
Zur Erinnerung:
Als Herr Ackermann vor kurzem für die Deutsche Bank ein Renditeziel von 25% vorgab, ging ein Aufschrei der Empörung durch die Republik. Wenn im öffentlichen Eigentum stehende Unternehmen solche Zielvorgaben locker übertreffen, gibt es keine öffentlichen Reaktionen (weder in der Presse noch in der Politik).

Noch deutlicher wird die Gewinnsituation, wenn man die Umsatzrenditen untersucht. Diese beliefen sich im Jahre 2007 auf 15,1% und im Jahre 2006 auf 16,5%.

Dazu folgende Vergleichszahlen:

Die Umsatzrenditen liegen bei Industrieunternehmen durchschnittlich bei 2%, bei Discountern bei etwa 1% und bei den großen Energiekonzernen Eon und RWE bei 10%.
Die kleineren, i.d.R. also örtlichen Energieversorger fallen also nicht durch besondere Gewinn-Zurückhaltung auf.
 
Unsere ständige Forderung nach mehr Transparenz bei der Energiepreisbildung ist also auch aus diesem Grunde berechtigt. Vor allem aber fragen wir uns, wie bei einem solchen Gewinngebaren die Generalforderung des Energiewirtschaftsgesetzes erfüllt wird, die in § 1 wie folgt beschrieben wird:

"Zweck des Gesetzes ist ein möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche . . . . . Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas . . ."

 
 
Top! Top!